Blog von Hans-Peter Durst
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Weltcup Segovia 2014 - ein wunderbares Rennwochenende
Nach dieser bislang doch recht durchwachsenen Rennsaison kam das Rennwochenende in Segovia als Generalprobe für die WM Ende August genau zur rechten Zeit.

Gemeinsam mit Trainer Robert Pawlowski, Bundestrainer Patrick Kromer und Psychotherapeutin beim OSP Rheinland Grit Moschke arbeiteten wir den Plan dafür aus.

Um die leidigen Anfälle möglichst auszuschließen, entschieden wir uns für den Transport nach Segovia mit dem VW Caddy Maxi statt mit der Mannschaft zu fliegen.

Meine Frau Ulrike erklärte sich bereit, diese Tor"tour" über einfache Strecke 1.800 Kilometer zu fahren - ein herzliches Dankeschön dafür.

Ein Zwischenstopp in Bordeaux, dann weiter bis nach El Espinar, wo die UCI für fast alle Teams ein wunderbares Hotel zur Verfügung gestellt hat. Ulrike musste nochmals 35 Kilometer weiter fahren - Begleitpersonen im Mannschaftshotel - ein echtes "no go" :-)

Eine besondere Freude für mich war bei der Ankunft, als ich die Wettkampfplakate und die Roadbooks sah, ich selbst mit auf dem Plakat :-)






































Mittwoch und Donnerstag konnte ich vor Ort sehr gut nutzen, um die beiden Strecken ordentlich kennen zu lernen, gemeinsam mit anderen Dreiradfahrern abzufahren und die Schwierigkeiten abzuspeichern.

Und dann die Vorbereitung im Hotel - bei der großen Entfernung zum Startort wichtiger als sonst.




































Die Einzelzeitfahrstrecke in Cuèllar, ca. 80 Kilomter vom UCI-Hotel entfernt, kannte ich bereits vom vergangen Jahr, ein sehr guter Kurs für mich. Leicht wellige Strecke, überwiegend geradeaus, Wende und  zurück - ein Profil, das mir sehr gut liegt.

Durch die späte Startzeit - ich durfte als amtierender Weltmeister als letzter Athlet direkt eine Minute hinter Olympiasieger David Stone starten, waren die enormen Temperaturen etwas erträglicher geworden, nur noch 34 Grad und extrem trockene Luft.

Mit dem 45 minütigen Aufwärmprogramm von Trainer Robert war ich auf den Punkt vorbereitet, Edelbetreuer Hermann Frey brachte mich zur Startrampe, Ersatzlaufrad und Sonnenschirm  für mich am Mann.

19.06 Uhr dann Start - mit einem 37-er-Schnitt nach 17:17 Minuten im Ziel.

Die Spannung war recht früh aus dem Rennen, sah ich doch bei Kilometer 4 bereits David vor mir und konnte mich kontinuierlich an ihn heranfahren - in dem Glauben, er sei der Favorit.
Am Ende war der US-amerikaner Steven Peace in 18:01 Minuten um 15 Sekunden schneller als David - gut zu wissen für die Zukunft - spekulieren im Rennen ab jetzt verboten :-)




































Der Samstag wurde von mir genutzt, die recht schwierige Strassenstecke nochmals intensiv zu erradeln, besonders 2 Kurven auf Kopfsteinpflaster mussten mehrfach gefahren werden, um sie optimal im Rennen ansteuern zu können.
Abends genehmigte ich mit ein Glas regionalen Rotwein - Ribera del Duero - ein Gedicht und gut für die Nacht.

Ausserdem musste ich ja meiner Radsportkollegin Kerstin Brachtendorf kontern - sie fährt unter dem Helm mit dem Motto "Bratwurst macht schnell" - ich fahre mit dem bewährten Motto von Altbundestrainer Adelbert Kromer "Rotwein macht schneller" !!!










Sonntag Morgen - Shuttle mit Physiotherapeutin Nancy Burdach zur Rennstrecke nach Cantimpalos, etwa 1 Stunde zu fahren.
Im Auto trotz Klima schon enorme Temperaturen - das Aussenthermometer zeigte bereits um 10.30 Uhr 36 Grad an.

Wir fuhren uns im Pulk mit den anderen internationalen Dreirädern "warm", 25 Minuten sollten reichen.

Das Rennen entwickelte sich auf den engen Strassen und durch die winkeligen Kurven wie von Trainer, Bundestrainer und mir erwartet, die Dreiradfahrer mit dem besten technischen Fahrvermögen setzten sich schnell ab, 8 Fahrer plus Carol Cooke, die australische Olympiasiegerin setzten sich schon in Runde 1 ab.

Ein taktisches Rennen entwickelte sich, Carol wurde es irgendwann zu langsam, sie setzte sich vor die Männer und machte die Pace :-)

Die letzte Runde erhöhten David und ich das Tempo um die letzte schwierige Kurve vor dem Zielsprint auf Kopfsteinplaster mit nur noch wenigen Fahrern ansteuern zu müssen. So waren beim letzten Kilometer noch 6 Fahrer im Pulk, ich versuchte mein Heil in der Flucht, durch das leichte Gefälle der nächsten 500 Meter fuhren David, Nestor Ayala aus Kolumbien und Giorgio Farroni an mir vorbei - es wurde mir wirklich zu schnell ( 63 Km/h zeigte mein SRM-Powercontrol an!! ) - Saftey first.

Ich verließ mich auf meine gute Kurventechnik, sah schon 30 Meter vor der 90 Grad - Kurve, dass die 3 vor mir enorme  Probleme auf dem Kopfsteinpflaster bei der hohen Geschwindigkeit bekamen.
Ich zog als 4. ganz nach links und fuhr die Kurve ganz innen an, schaltete auf 50/14 und begann zu sprinten auf der 350 Meter Zielgeraden.

Nestor bekam die Kurve gar nicht mehr, fuhr in die Absperrung, David und Giorgio mussten ganz runter bremsen - was soll ich sagen - erster Strassensieg für mich im Sprint gegen die versammelte Weltelite - danke Robert und Patrick für die klaren Ansagen und Vorbereitungen. Es ist einfach so geil.








Das perfekte Gerneralproben-Wochenende für die Weltmeisterschaft in den USA Ende August, zumal das Profil dort sehr ähnlich ist.

Perfektes Material von Schwalbe, Profile Design, Abus Helme, Rahmenbau Krautscheid und die professionelle Betreung der Räder durch das Team von Rückenwind in Dortmund Hombruch machten mir diese Siege hier in Segovia möglich - viele herzliche Vergelt's Gott an diese partnerschaftlichen Adressen.

Die Rückreise gingen wir dann entspannt an - war ich doch glücklich, dass der enorme Aufwand für diesen Weltcup sich gelohnt hatte und von Erfolg gekrönt wurde.

Über Pamplona mit der imposanten Stierkampfarena mitten in der Stadt fuhren wir den ersten Tag bis Cognac - ein mediteranes Abendessen mit Bordeaux und Cote du Rhone als kleine Belohnung - wunderbar.


















Am Dienstag lockere 90 Minuten ausradeln in dieser schönen Gegend, bis Paris zum Mittagessen an der Seine in der Comptoir de L'Epicerie "Chez Lili et Marcel" und dann im Gewitterregen durch Belgien nach Dortmund.

Danke allen so netten Menschen, die ihre Zeit für mich investierten, die an mich glaubten trotz der Achterbahn-Saison, die mich mit Material, Kontaktlinsen, Kleidung, Helmen und ausgearbeiteten Plänen so professionell unterstützten und mich in Dortmund, per mail und whapp oder am Telefon so intensiv motivierten.

Nun sind ein paar Tage bei lockeren Einheiten geplant, das Material wird für das Highlight und den Saisonhöhepunkt optimiert, für mich immer die wichtigsten Tage im Rennjahr - eigentlich gerne in Wohlfühlatmosphäre und am liebsten gemeinsam mit den Menschen, die mir gut tun :-)


Noch ein Gag, kurz vor dem Einzelzeitfahren wand sich ein wunderschönes Exemplar einer Schlange vor mir über die Strasse, Ein etwas mythischer Moment in der Vorbereitung - tat mir aber ja offensichtlich gut .





















Am Sonntag darf ich noch 2 Tage mit meinen Freunden der Tour der Hoffnung bei Bad Kreuznach etwas Gutes tun und "mit helfenden Händen" für krebskranke Kinder radeln - ich freue mich sehr darauf.

Am Montagabend ist dann Anreise ins WM-Vorbereitungstrainingslager bei Freiburg, bewährt im Landgasthof Löwen in Buchholz, wo uns Familie Dages mit allem verwöhnt, was uns nominierten Sportler in dieser Zeit gut tut.
Vorallem mit den wunderbaren frischen Früchten der umliegenden Felder und Plantagen frisch auf den Tisch, mmmhhh.

Ich freue mich sehr auf die kommenden Tage.


30.07.2014


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