Blog von Hans-Peter Durst
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Nüchterne Bilanz einer Alkoholfahrt
13. August 2012 - 13. Februar 2013

heute sind es nun exakt 6 Monate seit meinem Radunfall am Phönixsee.
Viel ist seitdem passiert , die Silbermedaille in London bei den Paralympics und die emotionalen Ehrungen im Anschluss.

Ganz nüchtern betrachtet war es ein alltäglicher Unfall - betrunkener Radfahrer fährt anderen Verkehrsteilnehmer um -

in meinem Fall sicher zur Unzeit, was der Unfallgegner nicht ahnen konnte.




Leider ist die Bilanz aus meiner Sicht - blended man die sportlichen Belange mal aus - mehr als ernüchternd.

Die Unfallfolgen sind trotz der hervorragenden Leistungen der Mediziner im Klinikum und der nachgelagerten Ergo- und
Rehabilitationsarbeit durch die Physiotherapie für mich mehr als ernüchternd.

Noch immer ist der Daumen mehr oder weniger funktionslos, die Metalldrähte sind teilweise entfernt, die anderen Stabilisationsstifte können eventuell Morgen im Klinikum herausoperiert werden.
Nach der SchulterOP ist sehr viel Zeit aufzuwenden, um eine erforderliche Mobilisation zu erreichen-tägliche Arbeit mit Übungen, an Geräten und sehr häufige Termine beim Physiotherapeuten.
Die Brüche sind sehr gut verheilt, die Titan-Platten sind noch im Arm und in der Hand, müssen in Kürze teilweise entfernt werden, da die Finger der rechten Hand taub werden, eine nervliche Einschränkung durch die Fremdkörper.

Im Alltag, bewusst ohne die sportlichen Defizite bedeutet dies in ganz vielen Alltagssituationen, dass ich Hilfe benötige beim anziehen, bei, tragen von Gegenständen und Vielem mehr.
Alle Überkopfbewegungen sind nicht möglich durch die operierte Schulter, es ist dazu die linke Seite, die ich eigentlich im Alltag nutze, um mit meiner Gehhilfe mein Gleichgewichtsdefizit auszugleichen.
Von den täglichen Schmerzen möchte ich hier gar nicht sprechen.

Was es für den Sport und meine Vorbereitung für die kommende Saison bedeutet, ist noch gar nicht abzusehen, da dazu erst die Metallstifte im Daumen entfernt sein müssen und ich absehen kann, was ich konkret mit dem Daumen dann tun kann in Bezug auf Grifffunktionen am Lenker.
Dazu muss die Schulter belastbar sein, um auf dem Dreirad in den Lenker zu gehen, um für den Triathlon Schwimmtraining wieder aufnehmen zu können.
Dazu muss die Titanplatte in der rechten Hand entfernt sein, um auch dort die Belastbarkeit und Bewegungsfähigkeit austesten zu können.

Für mich am meisten belastend ist die enorme viele Zeit, die ich selbst in diese Maßnahmen investieren muss und die viele Zeit, die meine Frau für mich investieren muss für Fahrten zu den Ärzten, zu den Physiotherapeuten, zu Ämtern und Kassen und bei so vielen alltäglich Arbeiten, die noch nicht selbst von mir erledigt werden können.

Ebenso belastend ist die finanzielle Bilanz der Alkoholfahrt meines Unfallgegeners, der sich leider noch nicht einmal bei mir gemeldet hat.

Mein Marschall-Dreambike- speziell für die Paralympics 2012 auf meine Einschränkungen und Möglichkeiten handgefertigt ist beim Unfall so stark beschädigt worden, dass es nicht mehr einzusetzen ist.
Die durch den Sturz auf den Kopf zerstörte Sportbrille - von sport:optic Dortmund mit Spezialgläsern auf meine Sehstärke ausgestattet - ist nicht mehr einsetzbar.
Der Helm ist durch den Kopfsturz zerstört und nicht mehr einsetzbar.

Ebenso bleiben alle Kosten der Zuzahlungen auf die Verordnungen, die Fahrten zu der Physiotherapie und Vieles mehr bei uns hängen - die Sportversicherung des Vereines und des Verbandes leisten erst bei Invalidität und Tod.

So richte ich mich an "Tagen wie Diesen" auf an den schönen Erinnerungen

Den aufbauenden Tagen direkt nach dem Unfall im Klinikum Dortmund und speziell auf der Station ND5.

Den emotionalen Tagen mit dem DBS Team bei den Paralympics in London - der sensationellen Begleitung dort vor Ort durch meine Familie und Freunde - Gänsehaut pur.

Dem freundlichen Empfang zurück in Sportmund, den vielen netten Gesprächen und begleitenden Berichterstattung.

Dem Empfang im Rathaus gemeinsam mit dem Gold-Achter und der Silber-Ruderin Carina Bär - den herzlichen Worten beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Dortmund durch OB Ullrich Sierau.

Dem Gespräch mit Herrn Michael Becker von Marx & Marx in Dortmund kurz vor Weihnachten, der mich als Ausdauersportler mit Handicap durch die Berichterstattung kannte und spontan seine Kunden-und Mandanten Weihnachtsgeschenke als Unterstützung für meinen Sport spendete. Unglaublich schön.

Der Auszeichnung mit dem Sparkassensonderpreis der Stadt Dortmund, der zwar nicht speziell dotiert ist, aber als Trostpflaster viele Wunden heilen hilft.

Die Unterstützung der Wähler zum
Dortmunder Sportler des Jahres 2012,
eine ganz große Ehre für mich hier in meiner Wahlheimat.

















Und eben die vielen schönen Momente mit meiner Familie, meinen Freunden , meinen SportkollegenInnen und der mich so toll unterstützenden Förderer hier in und um Dortmund und am Bodensee.

Gerade sind wir zurück von einer Einladungsreise in die alte berufliche Heimat Chemnitz.
Auf Einladung des Chemnitzer Marketing Clubs durfte ich im öffentlichen Interview mit Sportjournalist Mario Schmidt von der Freien Presse Chemnitz ein wenig über meine "Geschichte" erzählen.
Viele Freunde, Weggefährten meiner Zeit als Geschäftsführer der regionalen Brauerei Braustolz in Chemnitz und Interessierte aus dem Umfeld kamen dazu in das tolle Ambiente eines Radsporthändlers in der historischen Markthalle Chemnitz.
Es war für mich sehr emotional, sehr bewegend diese Fahrt mit meiner Frau und der tolle Abend mit dem so herzlichen Empfang.
Ganz besonders berührt hat mich das Geschenk der Braustolz Brauerei, überreicht vom Marketingchef Thomas Schreyer.
Eine Vorab-Edition der 3 neuen Retro-Ausstattungen Flaschenbier, die Anfang kommenden Monats an den Start geht und ein Bildstich der Brauerei mit Gratulation zur Silbermedaille in London. Vielen herzlichen Dank.

Das zeigt mir immer wieder - es lohnt sich - frei nach dem Motto des Films, der am 26.2. Deutschlandpremiere im Kino hat und den ich Jedem ganz besonders ans Herz lege

                                     Gold- Du kannst mehr als Du denkst !!
13.02.2013


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